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Befrage die Musen

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Michael Dürr im Interview über seine Leidenschaft als Beruf



"Ask my muses!", steht auf der Einladung zu seinem Geburtstagsfest an illustrem Ort. Darunter steht: "20 years : Michael Dürr Photography  /  40  years : Michael Dürr". Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen. "Zwanzig gute Jahre", wie er im Interview hinterher schiebt. Das nimmt man ihm auch gut und gerne ab, während er lässig im Café Weimar sitzt - ganz in der Nähe von Wohnung und Studio. 


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Foto: Klemens Horvath


Dürr wusste schon früh: Modefotografie - das ist es, was ich will. Und während andere noch im Studium steckten, machte der Wiener Nägel mit Köpfen. Schon während seiner Ausbildung an der Schule für Grafisches Gewerbe assistierte er verschiedenen Fotografen im Bereich Portrait und Werbung, parallel begann er selbst Fotos zu machen und für eine Fotoagentur zu arbeiten. 

1993 dann die erste kleine Ausstellung in Wien: Wie viele junge österreichischen Fotografen zeigt er seine Bilder im Rahmen der Ausstellungsreihe "Blitzkontakte" im Café Stein - damals unter Ossi Schellmann das Mekka der Fotografen-, Grafik-, Mode- und Werbeszene. Ausstellungen seien überhaupt eine großartige Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen, rät Michael Dürr angehenden FotografInnen - in Szenecafés sei so was in der Regel willkommen. Ein Grundsatz des begnadeten Netzwerkers: Abwarten gilt nicht. "Es gibt Fotografen, die lassen sich entdecken - ich bin hingegangen und habe gesagt: Ich habe eine Idee." Verschlossene Türen, ja, die habe es gegeben, doch die forderten den jungen Fotografen erst recht heraus: "Bei nicht beantworteten Mails habe ich mir vorgenommen: Denen lasse ich eine Einladung zur nächsten Ausstellung zukommen." Das zeugt von Selbstbewusstsein – Selbstbewusstsein, das von Nöten sei, ist sich Dürr sicher: "Du brauchst ein starkes Ego, um Deine Ideen durchzubekommen." 


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Sobald es allerdings um die Charakterisierung der eigenen Arbeiten geht, ringt Dürr ein wenig um Worte. "Einige sagen, ich sei früher in der Bildsprache sehr ruhig, sinnlich und minimalistisch gewesen, manch andere beschreiben meine Bilder als poetisch, französisch." Das besondere Steckenpferd des Fotografen ist aber ohne Frage die Tageslichtfotografie: "Da ist nichts dazwischen, das ist sehr real. Das Tageslicht ist für mich wie ein wildes Pferd, das ich über die Jahre in den Griff bekommen habe." 


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Einen Parkplatz  oder einen Hinterhof in New York oder Berlin inszeniert er so zu artifiziellen, filmischen Szenerien, mittendrin meist eine Person, gerne auch weiblich, denn Frauenportraits macht er besonders gern. Und so liegen und stehen in Dürrs' Modefotos schöne Frauen wie beiläufig in Betten, auf Matratzen oder auf Treppenabsätzen - im Mittelpunkt weniger die Kleidung als das Spiel von Licht und Schatten. Die Sache mit dem Tageslicht ist zu Dürrs' Handschrift geworden, dafür werde er mittlerweile aus Deutschland angerufen und nach Amerika geholt, erzählt er. Veröffentlicht werden seine Fotos in Neon, Sleek, Qvest, I-D, Soma oder Rosebud. Und nicht immer sind weibliche Modelle im Spiel: auch prominente Gesichter wie David Lynch, Vivienne Westwood oder Vincent Gallo hat Dürr bereits vor der Linse gehabt.


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Doch das ist nur die eine Seite des Michael Dürr. Neben seinen Fotos für Modemagazine oder kleine Labels wie Elfenkleid produziert er kommerzielle Arbeiten: für H&M etwa, Mercedes Benz, Diesel oder Palmers. "Ich finde es interessant, wenn Fotografen mutig und radikal sind und sagen: meine Sprache, meine Botschaft, meine Persönlichkeit stehen für sich. Ich war ja nicht immer so radikal, ich war und bin schon aufgeschlossen für kommerzielle Dinge, weil ich auch davon leben möchte." Viel herumgekommen ist er dadurch in den letzten Jahren, im Rückblick sind ihm vor allem die Reisen und Auslandsproduktionen in Erinnerung. Miami, wo es ihn des Lichtes wegen immer wieder hinzieht, ist zu seiner zweiten Heimat geworden.


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Von den Kollegen mag er die Arbeiten von Viviane Sassen oder Mark Borthwick, aber auch die der Österreicher Jork Weismann, Günter Parth und die junge Fotografin Hanna Putz. Letztere verfüge als Fotografin über großes Potential - wenn sie denn dran bleibe. Denn wie überall gelte auch hier: "Man sollte sich erst einmal überlegen, wie stark man für die Fotografie brennt." An Leidenschaft scheint es Michael Dürr nach wie vor nicht zu mangeln. Auf die Frage, wann Modefotografie für ihn spannend sei, wird er pathetisch: "Immer dann, wenn ich die Botschaft oder die Seele des Fotografen erkenne." Denn um nicht weniger ginge es in der Fotografie. 


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Wer allerdings glaubt, Dürr sei ausschließlich Fotograf, wird eines besseren belehrt: "Es geht mir nicht nur darum, meinen Job abzuliefern und Kunden zufrieden zu stellen - ich mag das ganz gern, wenn man am eigenen Planeten bastelt." Fester Bestandteil des Dürr'schen Planeten ist seit einigen Jahren sein "Cinema Photographique": Fotografien werden auf der ganz großen Kinoleinwand präsentiert, darüber hinaus geht es um die Verquickung von künstlerischer Vision und unterschiedlichen Menschen. 

Denn für das produktive Szene-Netzwerken scheint Dürr den richtigen Riecher zu haben. Schon früh arbeitete er mit seiner damaligen Wohnungskollegin Desiree Heiss, die Anfang der 1990er ihr Label "Bless" aufbaute, zusammen und lernte Hermann Fankhauser und Helga Schania vom Label Wendy & Jim kennen, mit denen er oft in Paris war. 


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Nun, angesichts seines 40. Geburtstags haut Dürr ordentlich auf den Putz und lädt alle WegbegleiterInnen in die Habsburgischen Prunkräume der Albertina - ein schöner Kontrast zu seinen sonstigen Veranstaltungsorten Pratersauna oder WUK , denn diese Räumlichkeiten sind für eine runde Geburtstagsfeier im großen Stil bestens geeignet. Dort erwartet seine Gäste eine multimediale Ausstellung, die sich selbstverständlich rund um das Geburtstagskind dreht: Dürrs' Fotohighlights der letzten 20 Jahre werden zu sehen sein, in einem Video analysieren Weggefährten seine Persönlichkeit. Bescheidenheit ist etwas anderes, oder? Er räumt ein: "Meine Eltern meinten schon: Übernimmst du dich da nicht ein bisschen?" Michael Dürr übernimmt sich sicher nicht, genauso muss das bei ihm eben sein. Und zum Schluss noch die Frage, wie wichtig Wien als Lebensmittelpunkt für ihn sei? Mit der Formulierung "Seine Arbeit ist international ausgerichtet, aber mit seinem Herzen ist er in Wien" kann Michael Dürr im Moment ganz gut leben.


http://www.michaelduerr.com



Text: Anne Feldkamp, Kunsthistorikerin. Mehr von ihr ist zu lesen auf ihrem Blog Blica.


Alle Fotos (c) Michael Dürr
Portrait (c) Klemens Horvath


Gewinnspiel: Wer möchte mit Michael Dürr Geburtstag feiern? Er lässt nicht jeden rein, sondern nur auf Einladung und so verlost AUSTRIANFASHION.NET noch 1 x 2 Tickets für die unter dem Namen "Ask my muses!" laufende Geburtstagsfeier am 08.04.2011
Durch den Abend in den Habsburgerischen Prunkräumen der Albertina führt die Schauspielerin Elke Winkens.  
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