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Surreale Bildwelten

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Im Gespräch mit Daniel Sannwald  


Der Modefotograf Daniel Sannwald ist Stipendiat des Artist-in-Residence-Programms im quartier21/MQ. Während seines Aufenthaltes arbeitet er mit einem internationalen Team aus StylistInnen und Make-up ArtistInnen an einem Filmprojekt für den MQ Summer of Fashion. AUSTRIANFASHION.NET besuchte ihn in seinem derzeitigen Atelier.



„Letztlich bin ich der festen Überzeugung, dass die Dinge zu einem kommen.“ Während Daniel Sannwald das so sagt, sitzt er zu Kaffee und Zigarette ziemlich entspannt in seinem temporären Atelier im Wiener Museumsquartier – er scheint zu wissen, wovon er spricht. Vor ihm auf dem Tisch liegen dekorativ die Früchte seiner Arbeit ausgebreitet: Vom eigenen Bildband „Pluto & Charon“ bis zur letzten Ausgabe des deutschen Interview-Magazines: Die mal bunten, mal schwarz-weißen, immer surreal anmutenden Bildwelten des Herrn Sannwald sind nämlich gerade jetzt, obwohl er bereits seit zehn Jahren fotografiert, höchst angesagt. Es sieht also ganz so aus, als ob die Dinge tatsächlich zu ihm kämen.


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li.: Titelbild Bildband Pluto & Charon, re.: für Harpers Bazaar China


Ganze 44 Seiten hat der Fotograf soeben für die Sommerausgabe des in London erscheinenden Pop Magazines gestaltet. Dass hinter den bunt verspielten Editorials eine Menge unsichtbare Arbeit steckt, wird im Gespräch schnell klar: „Die Pastellstrecke mit den Kuchenbauten war besonders aufwendig und die für mich bisher teuerste Strecke: Wir hatten zwei Monate Vorbereitungszeit, in denen ich mit dem Setdesigner den Aufbau der Sets besprochen habe. Letztlich waren 28 Personen in die Arbeit an diesem Editorial beteiligt – ein Riesenaufwand, den man als Leser nur erahnen kann“, erzählt er, der sich mittlerweile als Fotograf und Gestalter avantgardistischer Bildwelten einen Namen gemacht hat. Dabei hat die bunte Welt der Magazine seit jeher eine ungeheure Faszination auf ihn ausgeübt: „Für die japanische Vogue, die mir als Teenager besonders exotisch vorkam, habe ich damals sogar gespart.“ Und heute mischt er eben selber mit. Sein umfangreicher Beitrag für das Pop Magazine ist dafür das beste aktuelle Beispiel: Drei Coverversionen mit Model Joan Smalls hat er geliefert, darüber hinaus eine Strecke mit Künstler Anselm Reyle realisiert.



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Joan Smalls am Pop Magazine Cover, 2012
Dazed & Confused Cover 2008


„Mein Dior-Shooting mit Anselm Reyle war ein spannender Shoot: Zum einen waren vier wichtige Mitsprecher involviert, nämlich das Pop Magazine, Dior, Anselm und ich. Wir hatten das Dior-Archiv zur Verfügung, der als ein großer Truck mit Kleidern ankam. Während des Shootings sind einige Bilder mit dem Iphone entstanden, was Anselm super fand. Er meinte, dass unsere Arbeitsweisen sich sehr ähnlich sind.“


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Dior Shooting mit Anselm Reyle, POP Magazine, Spring Summer 2012


Der Fotograf Daniel Sannwald, ein gebürtiger Kemptener, zeigt sich sichtlich begeistert, er arbeitet nämlich gerne mit anderen zusammen: „Lustigerweise sagt man über mich immer wieder, dass ich ein guter Netzwerker bin, obwohl ich doch eigentlich ungerne auf Modeparties gehe.“ Um klar zu machen, dass er nicht nur daherkokettiert, schiebt er erklärend hinterher: „Während der Modewochen in Paris bin ich beispielsweise viel lieber ins Aquarium gegangen.“ Überhaupt ist es ihm wichtig, entspannt zu arbeiten: „Mein Traum wäre deshalb ein großes Studio, wo verschiedene Künstler und Musiker zusammenarbeiten. Mit der Gründung meines Magazins wollte ich eine Plattform für junge Fotografen und Schreiber schaffen. Mir ist es nämlich wichtig, andere Fotografen als Freunde und nicht als Konkurrenten zu betrachten.“

 
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li.: für Harpers Bazaar China, re.: für i-d magazine, Februar 2012

Nicht verwunderlich also, dass Sannwald auch in Wien schon wieder dabei ist, Kontakte zu machen: Gerald Kerkletz, der Kameramann der österreichischen Filmproduktion „Michael“, wird bei seinem Filmprojekt "The Absence of anything", das er während seines zweimonatigen Stipendiums realisieren wird, mit im Boot sein. Die vorläufige Story der surreal angelegten Bild- und Traumsequenzen: Zwei Freunde begeben sich auf eine Reise, um die Ewigkeit zu finden. Das erste Mal hat Sannwald zu einem seiner Filme einen eigenen Text geschrieben, denn seine Liebe zum geschriebenen Wort, die rege seine visuelle Produktion an: „Jeder Kreative sucht seine Inspirationen – ich finde sie in Texten und der Poesie. Den US-Amerikanischen Dichter Frank O`Hara schätze ich zum Beispiel sehr.“


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dt. Interview Magazine, April 2012
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dt. Interview Magazine, April 2012


Und im Moment fühlt sich Daniel Sannwald, der in Antwerpen an der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen Visuelle Kunst studiert hat, ein wenig in die Vergangenheit versetzt. So richtige Verschnaufpausen hatte er nämlich schon länger nicht mehr: „Seit einem Jahr bin ich jetzt bei der drittstärksten Fotoagentur New Yorks, Management + Artists, von wo seither meine Arbeit halbjährlich geplant wird.“ Sein Aufenthalt in Wien sei von Seiten der Agentur also als Möglichkeit, ein eigenes künstlerisches Projekt auf die Beine zu stellen, sehr begrüßt worden. Und Sannwald? Der hat die Batterien nach einem Monat bereits aufgeladen und sagt: „Ich genieße diese Zeit sehr und habe schon wieder viele Ideen für kommende Strecken.“ Dennoch, zwei Monate seien „eine verdammt kurze Zeit, um ein solches Projekt anzugehen.“ Dementsprechend organisiert geht es in seinen temporären vier Wänden in Wien zu: Ein Moodboard für sein Filmprojekt verrät seine Liebe zu Duane Michals, bunte Post-its markieren am großen Wandkalender die anvisierten Drehtage Mitte April.
Danach geht es zurück nach London – in die Stadt, der Sannwald momentan das kreativste Potential attestiert.

Les Liquides Imaginaries from Daniel Sannwald on Vimeo.



„Meine Motivation, vor einigen Jahren von Antwerpen nach London zu gehen, waren die vielen tollen Magazine dort. Der deutsche Modemagazinmarkt ist da mit wenigen Ausnahmen wie 032c, Achtung oder jetzt das deutsche Interview um einiges langweiliger.“ Was ihn sonst noch für eine Stadt reizt? Sannwald grinst: Naja, New York wohl. Und dann irgendwann möchte er wieder aufs Land zurückkehren. Aber bis dahin heißt es am Kiosk die Magazine besonders aufmerksam zu studieren, der Name Sannwald wird uns sicher noch oft begegnen.

Die Uraufführung von "The Absence of anything" findet am 10. August
während des frame[o]ut Filmfestivals im MuseumsQuartier im Rahmen des MQ Summer of Fashion statt.

Daniel Sannwald auf Facebook


Text: Anne Feldkamp lebt als Modejournalistin und Kunsthistorikerin in Wien. Mehr zu lesen von ihr gibt es auf ihrem Modeblog Blica.


Alle Bilder beigestellt





 

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  Comments (1)
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Written by wow, on 16-04-12 11:07
so cool! welcome to vienna!!

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