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Laufsteg in der Werkstatt

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Wiens erste Modewerkstatt zur Herstellung und Präsentation von Prototypen


Der neue Co-Workingspace für Textil, Mode und Design in Wien, am Delta der Design-Meile Gumpendorferstraße gelegen, hat einen schnittigen Namen: schnittBOGEN. Vom Entwurf über die Fertigung, Präsentation bis zum Verkauf soll alles in zwei Stadtbahnbögen auf rund 190m2 passieren. Am Donnerstag den 19. April 2012 wurde dieses neue Arbeits- und Verkaufskonzept in den U-Bahnbögen 3-4 eröffnet.

U6-Station Gumpendorferstraße - ein paar Meter abwärts leuchtet der künftige Co-Workingspace, Präsentations- und Verkaufsraum in frischem Grün, das von den Alleebäumen abgefärbt haben könnte. schnittBOGEN bietet Professionellen der Modebranche als auch Laien insgesamt 12 Arbeitsplätze zur dauerhaften oder temporären, auch stundenweisen Nutzung. Die ausgefeilte Raumarchitektur des Architekten Peter Hanisch, das räumliche Konzept von Sylvia Spernbauer von Raumjuwel und ausgewählte Möbel wie etwa Arbeitssessel von Vitra sorgen neben einer üppigen Arbeits-Infrastruktur - Industrienähmaschinen, Spezialmaschinen, Strickmaschinen, Webstühlen, Bügelanlagen und Zuschneidetischen - für ein angenehm frisches Arbeitsklima für Entwurf, Fertigung, Präsentation und Verkauf. 


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Laufsteg
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Nähplätze © kathmography


Der in den Werkstattbereich hineinragende Laufsteg mit einer Gesamtlänge bis zu 8 Meter ist Präsentationsfläche und an seinem Ende auch zugleich Zuschneidetisch und Treffpunkt der Co-Worker-Community. Als Zielgruppe sieht die Initiatorin Michaela Hudecova Königshofer vor allem START-UPs:„Jungdesigner die ihr erstes Stück entwerfen aber auch Leute, die hier in den Räumlichkeiten das herstellen, was auch hier verkauft wird.“ Die Werkstattbereiche werden offen zugänglich wie ein Ladengeschäft sein, Kundinnen werden hier ausschließlich Damenmode vorfinden. Der schnittBOGEN soll auch eine Form von Vernetzungsstelle zum Austausch und Kontakte knüpfen innerhalb der Kreativszene werden.
Vier Plätze für Laien mit Haushaltsnähmaschinen sollen für eine gute Mischung aus professionellem und amateurhaftem Arbeitsflow sorgen.


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Portrait Michaela Hudecova Königshofer


„Je jünger ein Designer desto offener ist er mit anderen, Ideen zu teilen und sich dadurch gegenseitig auch weiter zu bringen. Wenn man schon einen Namen hat, dann heisst es oft: Vorhänge zu und Handys raus!“ Die gelernte Kauffrau und Damenbekleidungsmeisterin Michaela Hudecova Königshofer, mittlerweile seit 17 Jahren in Wien, ist ursprünglich aus der slowakischen Stadt Prievidza nach Wien gekommen, um ihr Deutsch aufzubessern. „Ich habe eine kaufmännische Ausbildung in Hetzendorf gemacht und da ist die Modeschule gleich ums Eck.“


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Eröffnungsshow mit Mode von Christine Dörfler (li.) und Madames with a mission (re.)
Fotos © Michael Baumgartner / juicy pool


Später hat sie dort die Ausbildung zur Damenbekleidungsmachermeisterin abgeschlossen und zusätzlich am Kolleg in der Herbststraße Modedesign studiert. Anfangs war sie der Geheimtipp für einige Designer, die Einzelentwürfe schnell produzieren mußten. 

Mittlerweile ist Michaela verheiratet mit einem Österreicher und Mutter von zwei Kindern, ihr neuer Arbeitsplatz im Stadtbahnbogen liegt am Weg zum Kindergarten: „Ich bin eine Dienstleisterin für andere hier in diesen Räumlichkeiten. Das wird mein Hauptjob sein.“ Die Idee zur offenen Werkstatt für Kreative aus der Modebranche, aber auch aus benachbarter Branchen, wie Strick- und Schmuckdesigner, Hutmacher, Färber und Filzer, Möbel- und Produktdesigner, hatte sie schon vor zirka eineinhalb Jahren. 

Erste Erfahrungen in der Bespielung eines Stadtbahnbogens konnte sie mit einem „Partybogen“ in Hütteldorf sammeln, nun folgt der Schritt bzw. Schnitt vom Partybogen zum Co-Working-Bogen. Die beiden Räume wurden vor allem auf eigene Kosten renoviert - der Startschuss wurde im Rahmen einer Förderung von departure, der Kreativagentur der Stadt Wien, und impulse, der Austria Wirtschaftsservice GmbH unterstützt.


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Eröffnungsrede der Initiatorin Michaela Hudecova Königshofer
Foto © Michael Baumgartner / juicy pool


Durch das neue Prostitutionsgesetz im November 2011 hätte direkt vor den beiden Bögen eine Prostitutiertenzone entstehen können. Michaela hat sich dagegen gewehrt, um ihren zukünftigen Kundinnen Unannehmlichkeiten zu ersparen. 

350€ netto beträgt die Monatsmiete eines Arbeitsplatzes, der Nutzung der Spezialmaschinen und betreuter Verkaufsfläche - die jährliche Präsentation der eigenen Kollektion in Form einer Abendveranstaltung inklusive. „Es wird alles online ablaufen mit einem Veranstaltungskalender und mit einer App, mit der man die Automaten und Spezialmaschinen gleich buchen kann. Drei Plätze sind bereits vergeben. Eine Färberin hat sich fix einen Platz ausgesucht, als noch nicht einmal renoviert war“, erzählt die Prototypistin Michaela freudestrahlend. Auf den Begriff Prototypistin, eine Wort-Neukreation von ihr, ist sie besonders stolz.


schnittBOGEN auf Facebook





Text:
Michael-Franz Woels ist Redakteur bei der österreichischen Schriftenreihe für Landschaft und Freiraum zoll+, freier Autor für die Wiener Magazine skug und FAQ, Musiker und Co-Founder der Gruppe kampolerta.

Lena Wicke-Aengenheyster /STAATSAFFAIRE ist Performancekünstlerin u.a. der Projekte THIS IS NOT A BURKA! Just clothes. und MONSTERFRAU sowie in Projekten von Linda Samaraweerova, Iris Julian, Lilo Nein und Gintersdorfer/Klaßen.


Startbild © kathmography







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  Comments (1)
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Written by na endlich, on 25-04-12 00:19
endlich ein lichtblick in der verzwickten wiener arbeitswelt f designer! gratuliere für den mutigen schritt und wünsche viel erfolg!

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