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En Vogue: Franca Sozzani

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Die italienische Vogue Chefin Franca Sozzani über ihre Karriere und den Lifeball

 

 

 

Franca Sozzani, die legendäre italienische Vogue Chefin und Schirmherrin des 20. Lifeballs erzählt in einem Vortrag im New Yorker Fashion Institute of Technology (FIT)  über ihr Schaffen und warum sie auch vor heiklen sozialen Themen nicht zurückweicht.

 

 

“Ein Modemagazin ohne Botschaft ist ein Katalog," so die Chefredakteurin der italienischen Vogue, Franca Sozzani, ganz vehement. Nicht ohne Grund zählt sie in der Modewelt zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten. Sozzani hat eine klare Vision, mit der sie der Vogue Italia bereits seit 24 Jahren eine prägnante visuelle Sprache verleiht und dadurch das Magazin nicht nur deutlich von ihren Schwesterausgaben abhebt sondern den Ton angibt. Und das mit einer, im Vergleich zum US Pendant mit rund 1,3 Millionen Lesern, ‘unscheinbaren’ Auflage von 140,000 gedruckten Exemplaren. Revolutionär wie aussagekräftig beweist sich auch der Inhalt der vogue.it, deren Erweiterung um die Rubrik Vogue Black und jener der Vogue Curvy (für Mode über Kleidergrösse Null) im letzten Jahr in der Szene für Gesprächsstoff sorgte.

 

 

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Franca Sozzani, The Fashion Culture Talk am 4. Mai in NYC

© The Museum at the Fashion Institute of Technology

 

“Wir reagieren darauf, was um uns vorgeht, ob es nun den Botox Wahn angeht oder jenen der Paparazzi um die Stars," erklärte Sozzani (62) Studenten und Besuchern im Kathie Murphy Vortragssaal des FIT, der bis auf den letzten Sitz gefüllt war. Dafür ist sie auch immer wieder bereit, rege Kritik einzustecken. Das scheint sie aber professionell gelassen, als Teil des kreativen Prozesses, hinzunehmen, der sie in ihrem Vorhaben bestätigt.“Das Wichtigste dabei ist, was man selbst denkt, nicht was die anderen denken. Und natürlich wird es immer welche geben, die mit dem, was man macht, nicht einverstanden sind,” sagte Sozzani weiter. “Wir verkaufen nun einmal einen Traum. Würden wir das nicht machen, dann wären wir bloss ein Blatt unbedrucktes Papier. Denn mittlerweile gibt es so viele andere Wege, um sich über Mode zu informieren, als sich ein Magazin zu kaufen.” In ihrer Arbeit geht es ihr vor allem um die direkte Beziehung mit ihren Lesern. Anders als ihre einflussreiche Kollegin Anna Wintour in den USA, zeigt sie unermüdlich, dass Mode durchaus mit sozialem Engagement verbunden werden kann. So wie zum Beispiel mit dem Cover zum Anlass des Tankerunfalls in Mexiko vor zwei Jahren.




Model Kristen McMenamy lag wie ein toter Vogel auf einem Felsstrand, ihr Dior Pelzmantel mit Rohöl verklebt. Ihre ‘Message’ war, so Sozzani, keineswegs politisch ausgerichtet, sondern ein Aufruf, besser auf die Natur zu achten. Interessanterweise wollten das besonders die Medien falsch verstehen, schmunzelt sie. ‘Ich war gerade auf Urlaub in Los Angeles und habe die meiste Zeit in Interviews verbracht, um meinen Punkt klarzumachen.” Auch die Makeover Madness Ausgabe, in der Model Linda Evengelista mit einem Gesichtsverband durch die Hotellobby eilt, sorgte für Aufsehen.


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 “Jeder spricht über Schönheitsoperationen, keiner will sie bei sich selbst zugeben. Laut Sozzani ging es ihr dabei um die glanzvolle Abhandlung ‘mit dem Alptraum immer jung sein zu müssen’. “Leider ist das aber nicht möglich,” resümierte sie nüchtern. Doch Sozzani bleibt nicht nur bei ‘leichtem’ Stoff, sondern wagt noch sehr viel mehr. Die Black Ausgabe war in Amerika innerhalb von drei Tagen ausverkauft und wurde mit einer Auflage von 60.000 Stück sogar noch einmal nachgedruckt. Auch das stellte für die Vogue einen geschichtsträchtigen Augenblick dar. Sozzani hat keine Angst, die Dinge beim Namen zu nennen. Das macht sie sympathisch. Ihre Offenheit und italienische Herzlichkeit verleihen ihr das Wesen einer besorgten Mutter. Um ihre Nachwelt ist sie auf jeden Fall sehr bedacht. 


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Vogue Talents


“In Italien sprechen wir oft über junge Leute und deren Zukunft als Designer. Was aber geben wir ihnen dafür wirklich mit auf den Weg? Nach dem Uniabschluss heisst es doch für viele nur ‘viel Glück bei der Arbeitssuche’.” Auf der Vogue.it Talents Seite  räumt sie deshalb jungen Modemachern ihren gebührenden Platz ein. Auch äussert sich Sozzani vehement für die Absetzung von Websites, die Anorexie und Bullemie bewerben. Deshalb hat sie bei der italienischen Regierung eine Unterschriftenliste eingereicht. "Meinen Einsatz werfen mir viele jedoch auch als heuchlerisch vor. Wenn aber nicht genau ich, dann wer sonst? Doch Sozzani gibt so leicht nicht auf. Im Juni bringen alle Vogue Ausgaben geschlossen das Thema Gesundheit. 

Am Ende des Vortrages erklärte sie AUSTRIANFASHION.NET in einem Kurzgespräch, dass sie ihr karitatives Engagement weiterhin leidenschaftlich verfolgt. Auf Afrika hat sie dabei ihr Hauptaugenmerk gelegt. Zusammen mit der UN betreibt sie unter anderem ein Projekt, das einige Frauen dort langfristig mit Arbeit und Einkommen unterstützt. Für das Filmfestival in Venedig im nächsten Jahr bereitet sie in Zusammenarbeit mit der Organisation Oxfam ein Green Carpet Event vor, um Kleidung aus ökologischem Material zu promoten.


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19. Mai, Rathaus, Rathausplatz


Beim diesjährigen 20. Jubiläum des Life Balls leitet Sozzani mit Vogue Italia die traditionelle Fashion Show. “Ich mache diese Dinge gerne weil sie mir einfach ein grosses Anliegen sind.”


Text: Sandra Pfeifer (New York/Wien) ist freie Journalistin bei designjournalists und schreibt unter anderem für domus, Standard, Baumeister und mb!



 

 

 

 

 

 

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