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Modeblogs made in A

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Einblicke in die österreichische Fashion-Blogosphäre

Tschilp-Bloggerin Michaela Amort spricht aus ihrem Erfahrungsschatz und gewährt aufschlussreiche Insiderblicke in die lebendige Szene heimischer BloggerInnen mit Modebezug. Außerdem interviewte sie für AUSTRIANFASHION.NET vier Persönlichkeiten aus der österreichischen Fashion-Blogosphere.


Was für ein Outfit trägst du gerade? „Ha! Eins meiner Korsette. Oder meinen Los-Angeles-Samttrainingsanzug. Oder die Armyjacke mit den Gorillafellarmen. Oder einen Tellerrock und Fifties-Pumps... Das ist schließlich hier das Internet, oder?“


Gerlinde Lang, im Hauptberuf Radiomacherin bei FM4 , bringt es mal wieder auf den Punkt. Ob sie sich selbst in einem ihrer schicken Flohmarkt-Stylings fotografiert oder über weniger gelungene Erfahrungen mit der Änderungsschneiderei berichtet - ihr Blog You can find inspiration in everything ist ein Blog zum Lesen: „Unsere Outfits sind Texte, Geschichten, die wir erzählen wollen.“

Als Bloggerin der ersten Stunde postete sie schon 2003 am Gemeinschaftblog Kriegsmaschine , der sich aus Anlass der Ereignisse im Irak kritisch mit der Ästhetik des Krieges auseinandersetzte. „Zum Bloggen braucht man ein Thema,“ meint sie, „oder sagen wir, eine Stimme, die eine ganz besondere Klangfarbe hat.“


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Mit ihrer ganz persönlichen Klangfarbe verfasst Gerlinde Lang auch schon seit rund acht Jahren für FM4 eine Modekolumne: „Da geht’s meistens um Komik und eher um Wagnisse, um Seltsamkeiten, um verbüffende Sprüche und blitzartige Dialoge und um Dinge, die so schief gehen, dass man lachen muss. In meinem Blog allerdings geht es eher um Dinge, die funktionieren.
Also bemerkenswerte (na sicher!) Outfits von mir. Oder schöne Fotos aus meiner
Sammlung, die ich so nach und nach einscanne. Oder kleine Geschichten. In Wirklichkeit sind das ja alles kleine Geschichten.“ Objektivität spielt dabei keine große Rolle, schon gar nicht in Sachen Mode, denn "es geht ja schließlich auch um Geschmäcker, die ja immer so verschieden sind."


Bewusst und offen subjektiv schreiben zu können, sieht auch Mia Ratzinger als typisches Kriterium beim Bloggen. Ihr Blog Stylekingdom existiert seit rund zwei Jahren und befasst sich mit internationaler Mode, Lifestyle, Musik, Film, Stars und Dingen, die sie einfach begeistern oder aufregen.


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„Ich war schon immer sehr am Schreiben interessiert und hatte das Problem, für keine Publikation schreiben zu können, die mich interessiert hat.“ Und „...wenn man ausgewogene News lesen will, soll man bitte auf ein Nachrichtenportal gehen,“ so Mia Ratzinger. Da wird dann schon mal bissig über stillose Celebrity-Schandtaten resümiert oder so mancher Vorschlag eines internationalen Labels durch den Kakao gezogen. 


Dennoch fällt auf, dass in der modebloggenden Gemeinde generell ein hohes Maß an Respekt herrscht. „Grundsätzlich will ich niemandem wehtun - etwa ModedesignerInnen, da helfe ich mir ab, indem ich nur über die schreibe, die meiner Meinung nach interessante Kollektionen entwerfen,“ erzählt Sonja Wöhrenschimmel. Als Frau Jona&son befasst sie sich mit dem weiten Feld der Green Fashion, österreichischem Modedesign, dem Phänomen LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) und der neuen DIY (do it yourself) Bewegung.


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„Als Spezialgebiet sehe ich bei mir den Versuch meinen LeserInnen Möglichkeiten des Sich-Selbst-Betätigens zu zeigen; wenn schon Konsumieren, dann nachhaltig und trotzdem mit Stil.“ Sonja Wöhrenschimmel weiß, wovon sie spricht, ist sie doch als ausgebildete Modedesignerin vor allem durch das Recyclen von hochwertigen Kleidungsstücken bekannt geworden. Sie be- und verarbeitet gebrauchtes Material wie etwa Seidenkleider und kombiniert alles neu: „Die Stücke wirken nie glatt und klar, sondern eher lebendig und Geschichten erzählend."


Um Geschichte/n geht es auch Anne Feldkamp. Sie versteht es, in ihrem Blog Blica. „ganz altmodisch“ kleine Geschichten und „drumherum ein wenig Recherche, gerne auch historisch, oft aber anlässlich aktueller Modethemen“ zu erzählen. So parliert sie, die gerade selbst das Schneiderhandwerk erlernt, beispielweise anhand der aktuellen Schauen über die Entstehungsgeschichte des Raglanärmels.

Auf die Frage, was Blogs in der Welt der Mode bewirken können, differenziert Anne Feldkamp: „Unabhängige Modeblogs besitzen einerseits ein unheimliches Potenzial, hier kann das Platz finden, was in Modemagazinen auf der Strecke bleibt - nämlich aus dieser Unabhängigkeit heraus eigene Meinung, schnell geschossene Kommentare, Kreativität. Leider wirken viele Modeblogs wie gleichgeschaltet, es werden – trotz Unabhängigkeit und damit einhergehender Freiheit- immer wieder dieselben oder ähnliche Bilder und Themen gepostet, kritische Kommentare ungerne gelesen.“


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Die Unabhängigkeit von den großen Hochglanzmagazinen, „die uns bisher gesagt haben, wie wir uns anzuziehen haben,“ sieht auch Sonja Wöhrenschimmel neben der Vielfalt der Blogosphäre als Vorteil: „Ich denke, Blogs zeigen, dass wir nicht alle über einen Kamm zu scheren sind, dass es zwar die H&M-Massen gibt und dann aber doch die Feinsinnigeren, die sich über grüne Mode, Modeland Österreich, Japan als Inspiration, die neue Klassik oder sonst was den Kopf zerbrechen. Und es gibt für jede Richtung interessierte Menschen, die gerne darüber lesen!"


Das wissen natürlich längst auch die Kommunikationsabteilungen in den globalen Mode- und Kosmetikkonzernen wie Gucci, Chanel oder Lancome und laden ausgewählte bloggende Fashion-Victims aus aller Welt zu ihren Shows ein oder betreiben in speziellen Events Blogger-Relations. Blogs werden langsam aber sicher - ebenso wie Social Networks - als meinungsbildende Zielgruppe im Marketing-Mix gesehen und als neue Form der Mundpropaganda wiederentdeckt. „Agathe von Style Bytes war damals mit ihren Fransenboots die Erste, und bald konnte man die überall kaufen,“ nennt Gerlinde Lang ein Beispiel.

Manchen traditionellen Verlagshäusern macht das naturgemäß keine Freude, schließlich verlagert sich das Werbeaufkommen international gesehen immer mehr in Richtung Onlinemedien, und damit auch auf Blogs. „Dass Leute aus dem Printbereich so allergisch auf 'uns' reagieren, hängt deutlich mit dem Druck zusammen den wir auf sie ausüben. Wir haben das Privileg, subjektiv zu sein, zu kritisieren. Es gibt kein Monopol mehr, das von oben Trends diktiert, denen alle nachlaufen. Die Leute holen sich das aus dem Netz, was ihnen gefällt und demokratisieren die Mode. Wenn Menschen wie Anna Wintour damit ein Problem haben, kann ich das verstehen. Es freut ja keinen, wenn man ihm das Brot wegfrisst.“ Eine goldene Nase lässt sich mit Bloggen freilich - zumindest in Österreich – derzeit noch nicht erwirtschaften. Die Frage, ob sie mit ihrem Blog Geld verdiene, kann Mia Ratzinger sogar bejahen, allerdings: „Es ist viel zu wenig, um davon mein Auto zu tanken oder Miete zu bezahlen.“




Michaela Amort arbeitet als Marketingexpertin und betreibt das unabhängige 
Blog Tschilp.com

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Links

BLICA.
Frau Jona&Son
Stylekingdom
YOU CAN FIND INSPIRATION IN EVERYTHING







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  Comments (2)
RSS comments
Written by Marlene, on 18-02-09 20:19
meine mitbewohnerin schreibt diesen blog: 
deepinvogue.com  
englisch - aber based in wien
Written by Madeleine Sophie, on 31-03-11 18:21
bin auch kürzlich in die welt der blogger eingestiegen. sehr faszinierend da. 
 
diemelange.blogspot.com 
 
enjoy!

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