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Produktions-Mittel

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Designer treffen Produzenten auf der ersten Wiener Kooperationsbörse


Die besten Ideen sind oft gerade deshalb so gut, weil sie unkompliziert funktionieren und auf eine Vielzahl von Bedürfnissen abgestimmt sind. Und da dem so ist, darf man sich einiges von der ersten Kooperationsbörse erwarten, die am 7. Mai im Wiener Museum für Angewandte Kunst stattfindet. Dieser bemerkenswerte Pilotversuch wurde von dem Designernetzwerk AUSTRIANFASHION.NET initiiert. Damit wird nun ein entscheidender Schritt gesetzt, um das Problem der Produktion in den Griff zu bekommen, das sich für die Arbeit unabhängiger Designer mitunter als veritable Kopfnuss und potenzieller Stoplerstein erweist. Das Projekt konnte von AUSTRIANFASHION.NET gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien realisiert werden.


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Grob gesprochen lassen sich drei Grundpfeiler in der moderelevanten Prozessabwicklung identifizieren: Neben dem zur Gänze ausdifferenzierten Design und über Jahre erarbeiteten Strategien für Vertrieb und Kommunikation stellt sich die Produktion für Avantgarde-Labels, die oft nur in geringen Stückzahlen fertigen lassen, als Punkt von größter Wichtigkeit heraus. Nicht selten gelingt es nur mit Mühe, kompetente und ausreichend offene Betriebe zu finden. Bisweilen müssen Designer, die ohne das Backing internationaler Netzwerke operieren, gar auf Entwürfe in ihren Musterkollektionen verzichten: Was (außer Verzückungsrufen der Journalisten) bringt ein viel beachtetes Item im Showroom, wenn es nicht in Serie gehen kann?


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Christina Berger, Superated
Produktion: Mühlbauer Hüte



Mehr Aufschluss gewinnt, wer ein wenig in die Ferne schweift und Modelle in anderen Ländern mit einer strukturell vergleichbaren Modeszene betrachtet. So wurde in Belgien parallel zu den Antwerp Six der Produktionsbetrieb Gysemans Clothing Industry groß, der als eine Art One-Stop-Shop die notwendige Infrastruktur für eine Gruppe von unabhängigen Designern mit neuer Ästhetik zur Verfügung stellte. Eine Pioniertat gewissermaßen – und eine, die sich bezahlt machte. Gysemans produziert seit zwanzig Jahren für Kleinod-Spezialisten wie Raf Simons, Véronique Branquinho und Kris Van Assche und ist immer wieder Referenz, wenn man sich anderswo um Hilfestellungen oder Problemlösungen bemüht. Denn man hat verstanden, dass eine umfassende Art der Modeförderung auch den Aspekt der Produktion beinhalten sollte. Allerdings ist zu bedenken, dass es sich bei Gysemans um einen Betrieb handelt, der unter besonders günstigen Umständen gewachsen ist und eine sehr spezifische Nachfrage bedient. Eher unrealistisch scheint hingegen, dass sich imitationsweise eine Art Wunderfabrik als Retortenprodukt auf die Beine stellen ließe, die auf der einen Seite mit Entwurfzeichnungen gefüttert wird und am anderen Ende fertige Musterkollektionen und Kleinserien ausspuckt. Und obendrein womöglich den facettenreichen Bedürfnissen aller Designer entspricht.


Gysemans Clothing Industry - Fashion - Corporate Video

Um einiges vielversprechender und in Anbetracht seiner Transparenz auch zu bevorzugen ist wohl das alternative Konzept einer Kooperationsbörse. Designer und Produzenten kommen, treffen aufeinander und kooperieren, wo es passt. Als Ausgangspunkt könnte auch die Einsicht in einen oft begangenen Denkfehler dienen, die zugleich den Faktor hoher Lohnkosten umwertet: "In Wirklichkeit denken viele oft falsch, denn man sollte in der Nähe des Point of Sale produzieren, was nicht sehr arbeitskraftaufwändig ist, da man dafür eher Maschinen als Lohnkosten einplanen muss", resümiert die für AUSTRIANFASHION.NET projektverantwortliche Designerin Eva Blut ihr Gespräch mit einem Produzenten. In Berlin wird bereits seit 2004 vom eingetragenen Verein designpool.berlin ein ähnliches Get-Together von versierten Produktionsstätten und Designern betreut – und erfreut sich in der florierenden Kreativmetropole solchen Zuspruchs, dass die Veranstaltung mittlerweile zweimal jährlich stattfindet.


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Kooperationsbörse Berlin 2008


Nächste Woche ist es nun auch in Wien zum ersten Mal so weit, und zwar dank monatelanger Vorbereitungsarbeit, die Eva Blut gemeinsam mit der Schmuckdesignerin Sonja Bischur sowie der Design-Expertin und Juristin Karin Hirschberger geleistet hat. Wenn nämlich zuvor von der einfachen Umsetzbarkeit einer guten Idee die Rede war, bedeutet das natürlich nicht das Fehlen jedes organisatorischen Arbeitsaufwandes. Ganz im Gegenteil: Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien wurden Produktionsstätten in der Bundeshauptstadt mit einem 20 %-igen Anteil von anderswo ansässigen Firmen kontaktiert, eingeladen, auf Vor- und Nachteile, Stärken und Schwächen überprüft. Als Ergebnis präsentiert sich nun interessierten Designern ein Parcours durch 50 Betriebe, alle vereint im MAK, die miteinander eine sehr breite Palette abdecken.


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Sonja Bischur Jewellery
Produktion: Persché



Eine der Wirkungsabsichten besteht darin, Berührungsängste abzubauen. Besonders interessant ist die Börse für zukunftsorientierte Gewerbebetriebe, die durch die Kooperation mit Kreativunternehmern ihr Profil verändern möchten. Die Dienstleistungspalette, welche im Vorfeld der Kooperationsbörse abgedeckt wurde, umfasst auch die Erarbeitung von Musterverträgen, welche dort zum Einsatz kommen sollen. Zielgruppe sind Produzenten und Designer aus dem gesamten Mode- und Accessoirebereich, so dass niemand mit leeren Händen nach Hause gehen muss. "Bedarfsorientiert sein und trotzdem Streuung schaffen" wolle man, so dass sich am Ende alle Erfordernisse eines ausgereiften Mode-Produktes befriedigen lassen. Das Resümee von Eva Blut lautet daher kurz und knapp: "Wenn der ganze Standort vitaler wird, weil die Firmen mehr Auftraggeber haben, dann würde das allen Seiten helfen."


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Eva Blut, Foto Irina Gavrich
Produktion: Adem Strickerei



Schließlich geht es auch darum, dass die faschspezifischen Kenntnisse alten Gewerbes nicht verloren gehen. Wenn darüber hinaus Designer ihre Entwürfe ohne Einschränkungen umsetzen können und sie sich womöglich durch erstmals präsentierte Produktionsmöglichkeiten zu neuen Ideen inspirieren lassen, wäre dies ein angenehmer Nebeneffekt. Und wenn ein erster Impuls gegeben wird, um für das virulente Problem der Produktion befriedigende Lösungsvorschläge zu geben – dann wird sich die Kooperationsbörse als unbedingt zu wiederholendes und ausbaufähiges Modell herausstellen. Doch das, möchte man vorab ein Urteil wagen, steht ohnehin außer Frage.



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Nina Peter
Produktion: Vogue - Harald Gottlieb



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Claudia Rosa Lukas, Fotos: Michael Dürr, Yasmina Haddad
Produktion: Adem Strickerei, Maxa Gmbh




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FLorian Jewelry
Produktion: Vogue - Harald Gottlieb




Kooperationsbörse Mode
MAK
Weiskirchnerstraße 3
1010 Wien
07. Mai 2009
13.00 - 18.00 Uhr


Auf der Kooperationsbörse Mode 09 werden auch die Wirtschaftskammer Wien, departure und Austria-Wirtschafts-Service vertreten sein, um bei Bedarf Auskunft zu erteilen über relevante Services und Förderinstrumente für Gewerbetreibende und DesignerInnen.

Links
Wirtschaftskammer Wien
CREATIVESPACE
departure
AWS





(DK)







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  Comments (1)
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Written by Claus Constantin, on 22-05-09 16:27
Das war wirklich ein ausgezeichnetes Event...... interessante Teilnehmer.... 
Gratuliere

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