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Versuchsballon Modeschau

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Internationale Labels auf der MQ Vienna Fashion Week



So viel Fashionshow war in Wien noch nie. So viel öffentlich zugängliche Fashionshow, möchte man vor allem hinzufügen; waren die sich über fünf Tage erstreckenden Modenschauen doch schließlich für alle Modeinteressierten zugänglich und eben nicht nur für ein akkreditiertes Fachpublikum.

Neben bekannten Namen aus Österreich wie Elfenkleid, Claudia Rosa Lukas oder Superated durften auch eher unbekannte entdeckt werden: So rekrutierte sich das Feld der teilnehmenden internationalen DesignerInnen zum Teil aus in Wien erstmals präsentierenden Labels. Doch der Versuchsballon MQ Vienna Fashion Week stellte sicherlich nicht nur von OrganisatorInnenseite eine unberechenbare Angelegenheit dar, sondern gestaltete sich insbesondere für die teilnehmenden nicht-österreichischen DesignerInnen als besonders spannend.

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Dimitri

Als charakteristisch für die Erwartungen der TeilnehmerInnen mit internationalem Background können sicher die Erwartungen des in Meran ansässigen Esmod-Absolventen Dimitrios Panagiotopoulos bezeichnet werden. Von der Teilnahme seines 2006 gegründeten Labels Dimitri an der MQ Vienna Fashion Week erwarte er sich vor allen Dingen „neue Kontakte und Kunden, die Steigerung des Bekanntheitsgrades seines Labels und Reaktionen des Fachpublikums" - eine Aussage, die wahrscheinlich alle TeilnehmerInnen unterschreiben würden, schließlich geht es ja vor allem um Networking. Eine Show und einige Messetage später ist die Bilanz der letzten Woche für den Südtiroler Designer, der im Vorfeld mit Wien in erster Linie touristische Assoziationen wie „Prater und Sachertorte mit Schlagobers"  verbunden hatte, vor allem positiv - seine Erwartungen seien sogar übertroffen worden: „Am Tag der Show hatte ich noch Panik, dass aufgrund der Tatsache, dass mich keiner kennt, das Zelt leer bleibt, aber ich wurde eines besseren belehrt." Tatsächlich, seine Show am Sonntag war trotz Nachmittagstermin gut besucht; der junge Designer zeigte seine Sommerkollektion vor einem erstaunlich jungen Publikum.

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Tom Rebl

Hohe Erwartungen hatte auch der deutsche Designer Tom Rebl im Gepäck, der als einer der wenigen Herrenmode für den Sommer 2010 zeigte. Allerdings fällt sein Resumee noch während der Veranstaltung etwas verhalten aus: „Ich habe beim Ausgehen in Wien mehr Kontakte gemacht als im Fashionweek-Kontext und hatte mir von dem ganzen viel mehr erwartet, nämlich dass da auch mehr Einkäufer und Presse vor Ort sind und weniger Leute von außerhalb des Modebusiness." An Wien nehme er ausschließlich in Form einer Show teil und bediene ganz bewusst keinen Showroom und Verkauf, weil er letzteren zentral steuern und den Kundenkontakt direkt halten wolle. In der österreichischen Hauptstadt ist der Central Saint Martins-Absolvent Rebl nichtsdestotrotz häufiger, nicht zuletzt um bei Liska seine Pelzjacken herstellen zu lassen: „Von Wien kenne ich einerseits die Partyseite, da ich hier aufgrund freundschaftlicher Kontakte wie mit Thomas Kirchgrabner öfter bin, und dann natürlich den Wiener Chic der älteren Damen, die bestens gekleidet im Kaffeehaus sitzen oder eben bei Liska einkaufen."

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Andreea Tincu

Für die rumänische Designerin Andreea Tincu hingegen, die übers Internet von der MQ Vienna Fashion Week erfuhr, stellte sich die Teilnahme an der Fashionweek in Wien als ungleich wichtiger für ihr weiteres Fortkommen dar. Sie präsentierte ihre Sommerkollektion erstmals in Wien sowohl am Laufsteg als auch im Showroom. Umso erfreulicher, dass sich die junge Designerin im Nachhinein uneingeschränkt zufrieden mit ihrer Beteiligung an der MQ-Fashionweek zeigt: „Great organization, very good team, warm public" bringt sie ihre Erfahrungen während der letzten Woche auf den Punkt.

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Non by Kim

Die niederländische Herrenmodedesignerin Kim Bakker/Non by Kim ist mit Wien bereits bestens verbandelt, hat innerhalb der letzten Jahre praktische Erfahrungen bei Wendy & Jim gesammelt, ist mit Peter Holzinger von Superated bekannt und hat über letzteren auch Wind bekommen von der MQ Vienna Fashion Week. Ihre Erwartungen an eine Fashionshow in Wien sind dementsprechend konkret: „We hope to attract the attention of male fashion loving Austria and at least one new point of sale." Thema ihrer hier gezeigten aktuellen Sommerkollektion „Inventorum Natura": Fleischfressende Pflanzen. „For the inspiration we journeyed deep into the realm of carnivorous plants."

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Marcel Ostertag

Auch Marcel Ostertag ließ sich für seine in Wien begeistert aufgenommene Sommerkollektion 2010 von der Natur anregen: „Grundinspiration für die Sommerkollektion 2010 war die Wüste - mich hat da allerdings weniger das Leben der Menschen in der Wüste als die Bewegung in der Natur interessiert, wie es beispielsweise innerhalb von fünf Minuten dunkel und kalt wird. Das habe ich versucht, farblich und über Materialien wie gewaschenes Jersey wiederzuspiegeln." Die dazu passenden auffallenden riesigen Ketten aus Perlmutt- und Hornknöpfen habe er mit Martina Rogy auf der Wohnzimmercouch selber gemacht. Ostertag hat ebenfalls beste Kontakte nach Wien, er ist - in München lebend - regelmäßig in der Stadt, dementsprechend leicht fällt es ihm, die modischen Vorlieben der österreichischen Hauptstadt zu analysieren: „In Wien dauert alles - ähnlich wie übrigens auch in Deutschland - ein wenig länger, es herrscht ein eher gemütlicher Look vor." Auch designertechnisch kennt er sich in Wien aus und hat auch seine Präferenzen: „In Österreich finde ich vor allem Anna Aichinger, manches von Elfenkleid, Martina Rogy, Thomas Kirchgrabner und einiges von Petar Petrov gut." Von der Organisation der Fashionshow ist der showerprobte Ostertag begeistert, denn die sei „super und perfekt" gewesen.

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Baiba Ripa

Auch Baiba Ripa aus Lettland hat bereits vor einiger Zeit Kontakte nach Österreich geknüpft. Ihre Herbst/Winterkollektion hängt seit kurzem im Modehaus Kastner & Öhler in Graz, in Wien präsentierte die Designerin ihre Sommerkollektion mitsamt der prägnanten Stickereien allerdings zum ersten Mal. Die Lettin erfuhr über in Österreich lebende Freunde von der MQ Vienna Fashion Week. Über ihre Vorstellungen zu der österreichischen Hauptstadt meint sie: "I associate Vienna with music and architecture, with conceptional thinking and quality and of course - emotions and joy."

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Dora Konsanszky

Die ungarische Designerin Dora Konsanszky betont im Rückblick auf die erste MQ Vienna Fashion Week, wie sehr sich ihre Teilnahme insbesondere am Showroom für sie gelohnt habe: So sei ihr Messestand über die Woche hinweg rege besucht gewesen. Für sie ein Grund, im nächsten Jahr, wenn es denn eine Fortsetzung gibt, unbedingt wieder mit dabei zu sein.

Sollte es also nach dem Willen der teilnehmenden DesignerInnen gehen, dann sollte es nächstes Jahr zu einer Wiederauflage kommen. Aber, so die Einschränkung, vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt. 

Dimitri
Tom Rebl
Andreea Tincu
NON by KIM
Marcel Ostertag
Baiba Ripa
Dora Konsanszky


Text: Anne Feldkamp, Kunsthistorikerin. Mehr von ihr ist zu lesen auf ihrem Blog Blica.
Alle Bilder: Jürgen Hammeschmid

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